Embedded à la carte - Distribution im Embedded-Markt

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Der allgemeine Trend zur Vernetzung fordert von allen Marktteilnehmern mehr Flexibilität, auch in der Embedded-Branche – dies trifft ebenfalls für die Distribution zu, wie Fortec betont.

Industrial Internet of Things (IoT), Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) oder Industrie 4.0 (I40) – egal, wie man die aktuellen Entwicklungen nennt, die Vernetzung von Geräten und Dienstleistungen geht in eine neue Phase.

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Entscheidende Komponenten der meisten Produktions- und Lieferketten sind dabei Embedded Systeme und Industriecomputer. Sie verarbeiten ganz unterschiedliche Daten und bereiten sie für die Weiterverarbeitung in den folgenden Prozessschritten auf. Abhängig von der Applikation stehen dabei mal pure Prozessor-Power, mal besondere Kommunikationsfähigkeiten oder beispielsweise eine zuverlässige Funktion unter schwierigen Umgebungsbedingungen im Fokus.Hinzu kommt, dass Industrie 4.0 in letzter Konsequenz kundenindividuelle Einzelprodukte verspricht – also Serien bis hinunter zu Losgröße 1. Das bedeutet im Umkehrschluss: Die an einer Produktion und Lieferung beteiligten Anlagen, Systeme und Komponenten müssen immer flexibler werden. Dies wiederum stellt besondere Herausforderungen an die Produzenten – wie auch an die Zulieferer und Distributoren. Denn bei aller Flexibilität müssen die industriell eingesetzten Systeme langfristig verfügbar sein – ebenso wie beispielsweise in der Medizintechnik genutzte Endprodukte.Auf diese Quadratur des Kreises hat sich die Embedded-Branche bereits eingestellt und bietet Produkte für alle erdenklichen Anforderungen an. In diesem Riesenangebot das optimale Embedded-Produkt für den eigenen Bedarf aufzuspüren, noch dazu in immer kürzerer Zeit, ist für viele Firmen ein echtes Problem. Hier sind die Distributoren gefragt: Sie müssen sich als zuverlässige, kompetente und leistungsstarke Partner bewähren, die im Dickicht der immensen Produktvielfalt den Überblick haben und schnell die richtigen Produkte liefern können.Eine besondere Rolle spielt zudem die Fähigkeit, Komponenten und Baugruppen wie Embedded-PCs, (Touch-)Displays oder auch Stromversorgungen individuell für den spezifischen Bedarf einzelner Kunden anpassen zu können. Dabei reicht das Spektrum von einfachen Konfigurationen im BIOS eines Embedded-Computers über komplexere Software-Änderungen bis hin zu kundenspezifisch bearbeiteten Hardware-Produkten.Auch im Embedded-Umfeld erwarten Industriekunden von Distributoren eine sehr gute Fachkompetenz und umfassende Beratung. »Vertrauen spielt in dieser Beziehung eine sehr große Rolle«, bestätigt Thomas Schrefel,  Produktmanager Embedded von Fortec. »Viele unserer Kunden geben uns einfach die benötigten Spezifikationen für eine Applikation. Wir ermitteln dann die optimale Lösung für ihren Bedarf.« Das können komplett konfigurierte Embedded Boards wie das MIO-5272 mit neusten Intel Core i-Prozessoren der 6. Generation sein, aber auch Komplettlösungen wie Panel-PCs mit PCAP-Touch-Screens, Box-PCs und Serversysteme. Über die Embedded-Lösungen hinaus liefert Fortec ein umfangreiches Portfolio an  Ansteuerkarten, Displays (TFTs) und resistiven sowie Projected Capacitive (PCAP) Touchscreens.»In dieser Produktvielfalt finden Kunden problemlos Produkte, die die wichtigsten von ihnen geforderten technischen und funktionellen Spezifikationen erfüllen«, erläutert Schrefel. »Bleiben noch Wünsche offen, ist es Aufgabe des Distributors, das Produkt soweit anzupassen, dass er alle Belange im Pflichtenheft des Kunden erfüllt.« So bietet Fortec beispielsweise die Möglichkeit, das Abdeckglas bei PCAP-Touch-Screens weitreichend zu konfigurieren. Neben verschiedenen Materialien und Stärken stehen dafür unterschiedliche Beschichtungen zur Verfügung. Darüber hinaus kann der Spezialdistributor das Glas auch bearbeiten, etwa Rundungen anpassen und Öffnungen zum Beispiel für USB-Anschlüsse oder Schalter und Taster einbringen. Das Laminieren der PCAP-Folien erfolgt dabei im Hause.

Kundenspezifische Forderungen

Mit speziellen Optical-Bonding-Verfahren lassen sich zudem Displays bis zu einer Diagonale von 32 Zoll einschlussfrei, völlig transparent und vergilbungssicher mit anderen Substraten verkleben. Zum Beispiel mit einer bruchsicheren Scheibe oder einem Touch-Modul. Diese Technik mindert Lichtbrechungen oder Kondensation, die sonst am, beziehungsweise im Luftspalt zwischen TFT-Display und Abdeckglas entstehen. Verringerte Reflektionen, stärkerer Kontrast und höhere Helligkeit sorgen für eine deutlich bessere Ablesbarkeit des Displays. Auch an Embedded-Boards sind oft kundenspezifische Änderungen notwendig. Zum Beispiel, wenn das Standardkühlkonzept oder ein Stecker nicht den Kundenanforderungen entspricht.

Wie weit solche kundenspezifischen Änderungen reichen können, beschreibt Schrefel anhand eines Kunden, der medizintechnische Geräte produziert: Während der empfohlene Standard-Panel-PC die wichtigsten Spezifikationen des Herstellers perfekt erfüllte, gab es doch einige Sonderwünsche: Auf der Vorderseite sollte neben einem USB-Anschluss auch  ein spezieller Schalter vorhanden sein. Die sonstigen Anschlüsse benötigte der Kunde auf der anderen Gehäuseseite als ursprünglich ausgeführt. Außerdem sollte als Betriebssystem eine spezielle Windows-Version vorinstalliert sein. »Hinzu kam, dass das Originalgerät schwarz war«, erklärt Thomas Schrefel. »Der Kunde wollte jedoch für das Gehäuse und das Passepartout des Touch-Panels eine spezielle, nicht RAL-konforme Farbe.«

Die Lösung besteht nun aus einem Standard-Board mit Intel-Atom-E3845-Prozessor, das in einem individuell angefertigten und lackierten Gehäuse verbaut ist. Die Benutzereingaben erfolgen über ein Standard-Display, dem ein PCAP-Touch-Panel vorgebaut ist. Glas, Beschichtung, Rundung sowie USB-Anschluss und integrierter Schalter wurden nach Kundenvorgabe realisiert. Der fertig montierte und getestete Panel-PC ist CE/FCC-gekennzeichnet und läuft lüfterlos. »In diesem Projekt haben wir auch eine medizinische Tastatur, Maus und ein Netzwerkswitch beschafft, obwohl wir diese Komponenten in unserem Portfolio nicht führen«, unterstreicht Schrefel Fortecs Flexibilität.

Bereits heute leistet Fortec Design-In-Support und liefert maßgeschneiderte Lösungen. Entweder als vorgefertigte oder eben als individuell zusammengestellte Kits. Darüber hinaus unterstützt der Distributor seine Kunden mit diversen Dienstleistungen, übernimmt zum Beispiel den Zusammenbau der Systeme, spielt kundenspezifische BIOS-, Firmware- und Panel-Files sowie Betriebssysteme auf und führt Burn-In-Tests durch. In Zukunft will der Distributor noch stärker auch auf sehr individuelle Kundenwünsche eingehen: »Wir wollen unseren Kunden alles aus einer Hand bieten. Dies beinhaltet auch Individuallösungen aus zusammengestellten Komponenten und kundenspezifische Entwicklungen«, erklärt Schrefel.

Industriell eingesetzte Embedded Systeme und Displays werden in der Regel deutlich länger verwendet als vergleichbare Consumer-Produkte. Daher ist die langfristige Verfügbarkeit von Komponenten, Baugruppen und Systemen sowie eine definierte End-of-Life-Abwicklung (EOL) ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des geeigneten Lieferanten. Bei Fortec werden die Kunden über Abkündigungen (EOL) und Änderungen (Product Change Notification, PCN) informiert. Dies vereinfacht für den Kunden das Management von Änderungen und stellt ihnen die notwendige Grundlage für Change-Entscheidungen bereit.

Auch die Logistik spielt eine entscheidende Rolle dabei, als Unternehmen auf heutige und zukünftige Marktanforderungen schnell reagieren zu können. Fortec hat seine Lagerhaltung inklusive geräumigem Pufferlager darauf ausgelegt und optimiert, Aufträge schnell und fehlerfrei ausführen zu können. Über Rahmenverträge haben Kunden zudem die Möglichkeit, die langfristige Lieferbarkeit von Komponenten und Ersatzteilen sicherzustellen.

Letztlich benötigen Produzenten nicht nur einen Zulieferer hochwertiger Komponenten und Industrie-PCs, um erfolgreich in Wachstumsmärkten wie IoT und Industrie 4.0 zu agieren. Sie benötigen einen zuverlässigen Partner, mit dem sie vertrauensvoll zusammenarbeiten. Der Lösungen bei Bedarf an einzelne Applikationen anpassen kann. Und der sie mit begleitenden Services entlastet, so dass sie sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren können.

Quelle: www.elektroniknet.de